LANGENHAGEN



Lageplan der Blindensiedlung mit Weberei und Lagergebäude
Quelle: Dtsch. Grundkarte, bearbeitet J. Vogler



Weberei der Arbeitsgemeinschaft kriegsblinder Weber 1965
Rechte/Quelle: Stadtarchiv Langenhagen

Langenhagen
Siedlung und Weberei kriegsblinder Weber

Am 28. Oktober 1949 wurde die Arbeitsgemeinschaft kriegsblinder Weber gegründet, eine Gemeinschaft auf genossenschaftlicher Basis. Männer und Frauen, die im II. Weltkrieg ihr Augenlicht verloren hatten und das Weberhandwerk erlernten, bauten sich hier eine neue Heimat und Existenzgrundlage auf. Die Standortsuche gestaltete sich schwierig. Heinz Knaack, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft gelang es, Gemeindedirektor Otto Schwarz für das Projekt zu begeistern. Die Gemeinde kaufte ein über 15.000 qm großes Grundstück und vergab die Parzellen in Erbpacht. Als soziales Bauprojekt, gefördert vom Land Niedersachsen, wurden 10 Doppelhäuser mit 60 qm Grundfläche mit 20 Wohnungen am Ithweg und In den Kolkwiesen errichtet und im Mai 1952 bezogen. Hier entstand auch die Weberei mit Ausstellungsund Lagerräumen. Mit zunächst 19 Handwebern und tatkräftiger Unterstützung der Ehefrauen übernahm Meisterin Elfriede Witte die Leitung. Später kamen weitere Mitarbeiter hinzu, außerdem wurden einige Maschinenwebstühle angeschafft. Die Produktpalette umfasste Wischtücher, Kissenplatten und Tischdecken, sowie hochwertige Kleiderstoffe. Abnehmer waren auch Versand- und Warenhäuser. Die genossenschaftliche Weberei wurde oft besichtigt; es gab im In- und Ausland mehrfach Überlegungen dieses Projekt zu übernehmen.

Durch Konkurrenz- und Preisdruck, aber auch durch altersbedingtes Ausscheiden von Mitarbeitern, wurde Mitte der 70er Jahre die wirtschaftliche Situation der Werkstatt erschwert, die Produktion Anfang 1978 eingestellt und die Genossenschaft aufgelöst.

Im Juni 1978 wurden Werkstatt und Lagergebäude abgebrochen. Auf dem Grundstück entstanden Einfamilien-Reihenhäuser.

Standort: In den Kolkwiesen Ecke Ithweg      erstellt: 2014         Link zum PDF-Druck