In jüngster Zeit kamen ganz abweichende Informationen zu Miss Jervis. So in einer Druckschrift über den urenglischen Sport Cricket aus dem Jahr 2023
Was muss man lesen? Ihr Schwager John Francis Holcombe Read wurde hier mit der oben erwähnten Mary Jervis verheiratet, die jedoch in ganz anderen Kreisen verkehrte.
Dre lange John Francis Holcombe Read in einer Karikatur der Zeitschift Vanity Fair als "Father Time" wegen seines langen Bartes und seiner Körpergröße.

Orginaltext

Jervis Read

The background of the Read brothers was typical of the upper-middle-class elite that ran Essex County Cricket Club in its early days293. Their father. John Francis Holcombe Read, was born in Kingston Jamaica in 1823 but was only a clerk and his family are not on the splendid https://www.ucl.ac.uk/lbs/ website which list slave owners compensated for the loss of their ‘property’. Thus he did not inherit money tainted by slavery but did marry an heiress named Mary Jervis with whom he had ten children. The family grew up in Walthamstow at The Elms, in what is now the High Street, and in the 1860s the Reads took over The Chestnuts in Hoe Street from the Green family. Although JJ Read was then only a boy. CE Green could have known him from that period and it may be no coincidence that they came into office with Essex at the same time. JFH Read stood six feet two and his sons were all said to have been as tall, so it is not surprising that they showed athletic prowess. In addition to Ernest and John. Read’s second son Charles Stokes was a Cambridge rowing Blue who later rowed for Leander, the oldest and one of the most prestigious rowing clubs in the world294.

According to his grandson. HV Jervis-Read. JFH Read won and lost three fortunes on the London Stock Exchange, of which his four surviving sons were all members. He was also a director of the Great Eastern Railway and of six other companies. He was a JP and a leading member of the small oligarchy that ran Walthamstow for many years.

Gentlemen and players of Essex: the amateur and professional cricketers of Essex County Cricket Club, 1876-1979

by David Pracy first published edition January 2023

Übersetzung

Jervis Read

Die Herkunft der Read-Brüder war typisch für die Elite der oberen Mittelschicht, die den Essex County Cricket Club in seiner Anfangszeit leitete293.

 Ihr Vater, John Francis Holcombe Read, wurde 1823 in Kingston (Jamaika) geboren, war jedoch lediglich Angestellter;  sein Name findet sich nicht auf der bemerkenswerten Website https://www.ucl.ac.uk/lbs/, die Sklavenhalter auflistet,
 welche für den Verlust ihres „Eigentums“ entschädigt wurden. Er erbte also kein durch Sklaverei beflecktes Vermögen, heiratete jedoch eine Erbin namens Mary Jervis, mit der er zehn Kinder hatte. Die Familie wuchs in Walthamstow im Anwesen  „The Elms“ auf – an der heutigen High Street –, und in den 1860er Jahren übernahmen die Reads das Haus „The Chestnuts“ in der Hoe Street von der Familie Green. Obwohl J. J. Read damals noch ein Junge war, könnte C. E. Green ihn  aus dieser Zeit gekannt haben; es ist womöglich kein Zufall, dass beide zur gleichen Zeit Führungspositionen
bei Essex übernahmen. J. F. H. Read war 1,88 Meter (sechs Fuß zwei Zoll) groß, und auch seine Söhne sollen diese Körpergröße erreicht haben; es überrascht daher nicht, dass sie sportliches Talent bewiesen.
Neben Ernest und John war auch Reads zweiter Sohn, Charles Stokes, ein erfolgreicher Ruderer in Cambridge (ausgezeichnet mit dem „Blue“) und ruderte später für den Leander Club, den ältesten und einen der renommiertesten Ruderclubs der Welt294.
 Seinem Enkel H. V. Jervis-Read zufolge gewann und verlor J. F. H. Read an der Londoner Börse – an der auch seine vier überlebenden Söhne tätig waren – gleich dreimal ein Vermögen. Zudem war er Direktor der Great Eastern Railway sowie von sechs weiteren Unternehmen.
Er amtierte als Friedensrichter (Justice of the Peace) und gehörte zu den führenden Köpfen jener kleinen Oligarchie, die Walthamstow über viele Jahre hinweg regierte.

Gentlemen and Players of Essex: Die Amateur- und Profi-Cricketspieler des Essex County Cricket Club, 1876–1979 von David Pracy; Erstausgabe: Januar 2023


Arnold Read From Wikipedia, the free encyclopedia

Arnold Holcombe Read (24 January 1880 – 20 May 1957) was an English stockbroker and cricketer who played for Essex between 1904 and 1910.

Read was born at Snaresbrook in Essex in 1880 the son of Ernest and Jane (née Jervis) Read. His father was a stockbroker who had played for Essex in the years before the side had first-class status, whilst his uncle, John Read, had been one of the county's early honorary secretaries. His grandfather John Francis Holcombe Read had been born in Jamaica and married Mary Jervis, a wealthy heiress who inherited money from slave plantations on the island from her father Edward Jervis Jervis, 2nd Viscount St Vincent. Read grew up at Buckhurst Hill in the county and was educated at Winchester College.

Auch die Wikipedia stimmt nicht, die obige Falschaussage einfach übernommen hat.

Arnold Read

Arnold Holcombe Read (24. Januar 1880 – 20. Mai 1957) war ein englischer Börsenmakler und Cricketspieler, der zwischen 1904 und 1910 für Essex spielte.[1] Read wurde 1880 in Snaresbrook (Essex) als Sohn von Ernest und Jane Read (geb. Jervis) geboren.
Sein Vater war Börsenmakler und hatte für Essex gespielt, noch bevor die Mannschaft den First-Class-Status besaß; sein Onkel John Read wiederum war einer der frühen ehrenamtlichen Geschäftsführer des Vereins gewesen.
Sein Großvater John Francis Holcombe Read war auf Jamaika geboren worden und hatte Mary Jervis geheiratet,  eine wohlhabende Erbin, die von ihrem Vater Edward Jervis Jervis, 2. Viscount St. Vincent, Vermögen aus Sklavenplantagen auf der Insel geerbt hatte.[2]
Read wuchs in Buckhurst Hill (ebenfalls in Essex) auf und besuchte das Winchester College.[3]

Die Quelle ist hier jeweils die oben zitierte Schrift von David Pracy aus dem Jahr 2023

Das ist nun wirklich nicht fein Mary Frances Elisabeth Jervis, die ältere Schwester der Miss Jervis, einfach zu unterschlagen und eine reiche Erbin an ihre Stelle zu setzen.

Wir sehen: Märchen gedeihen überall, in Langenhagen, in der Wikipedia und in englischen Sportpublikationen.